Sommerloch: Gebrauchtwagenpreise sinken auf Jahrestiefststand

München – Die Gebrauchtwagenpreise sanken im Mai erstmals in diesem Jahr wieder unter die 18.000-Euro-Marke. Der Durchschnittspreis im monatlichen AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) fiel um 0,8 Prozent auf 17.942 Euro (April: 18.093 Euro). Verantwortlich dafür waren Preisabschläge in nahezu allen Segmenten. Lediglich die Obere Mittelklasse legte leicht zu. Bemerkenswert: Angebot und Nachfrage zogen trotz Pfingstferien an.

„Wer einen günstigen Gebrauchtwagen kaufen möchte, sollte demnächst zugreifen. Denn jetzt ist der beste Moment: Das Angebot ist groß und der Preis hat voraussichtlich seinen Jahrestiefpunkt erreicht. Ein Blick in die langjährige Statistik zeigt: Ab Juni, spätestens Juli, werden die Preise über alle Kategorien hinweg wieder anziehen“, verrät Sebastian Lorenz, Vice President Consumer bei AutoScout24. „Immerhin beträgt der Aufschlag bis zum Winter im langjährigen Mittel rund 1.000 Euro. Mit dieser Summe können Käufer neben Zulassung, Steuer und Versicherung oft auch noch die erste Inspektion oder erforderliche Teile begleichen.“ Für die Finanzierung nutzen die meisten auch den Verkauf des alten Autos. Den aktuellen Wert des alten Fahrzeugs können Autohalter mit wenigen Klicks bei der Fahrzeugbewertung von AutoScout24 herausfinden.

Quelle: AutoScout24

Quelle: AutoScout24

Preisentwicklung: Überwiegend fallende Preise

Im Mai fiel der allgemeine Durchschnittspreis nur noch halb so stark wie im Vormonat. Mit minus 1,2 Prozent sanken die Preise bei Kleinwagen (Durchschnittspreis: 9.626 Euro) und der darüber angesiedelten Kompaktklasse (15.083 Euro) noch mit am deutlichsten. Günstiger angeboten wurde auch die Mittelklasse (-0,7 Prozent, 18.784 Euro), wohingegen die Obere Mittelklasse (25.127 Euro) als einzige Kategorie um 0,5 Prozent preislich leicht zulegte. Hauptsächlich dafür verantwortlich war laut Auswertung der Edel-Nissan Infiniti Q50. Der Mercedes E-Klasse- und BMW-5er-Konkurrent wurde um über zwei Drittel (+69 Prozent) häufiger angeboten als im Vormonat. Die Oberklasse verzeichnete einen Preisrückgang um 0,9 Prozent (42.392 Euro). Mit einem Verlust von 2,5 Prozent verbuchten Sportwagen (44.867 Euro) den stärksten Preisverfall. Ohne Veränderung blieben die Vans (16.327 Euro). Nahezu preisstabil zeigten sich auch die SUV/Geländewagen (-0,2 Prozent, 28.132 Euro). Bemerkenswert hier: Während neuere Modelle aufgrund des mittlerweile breiten Angebots vor allem im preissensibleren Segment der kompakten SUVs immer wieder mit Sonderangeboten locken, ging die Preisentwicklung bei “echten“ Geländewagen älterer Baujahre in den letzten Monaten in die andere Richtung. Nur ein Beispiel: Der seit 2006 in Deutschland offiziell nicht mehr angebotene Mitsubishi Pajero Sport legte im Mai preislich um stolze 9,1 Prozent zu.

Angebotsentwicklung: Wachsender Bestand in allen Fahrzeugklassen

Weiterhin positiv entwickelte sich im Mai das breit gefächerte Angebot. In allen Segmenten wuchs der Bestand nochmals kräftiger als im Vormonat (außer bei den Sportwagen): bei Kleinwagen um 4,5 Prozent, in der Kompaktklasse um 4,2 Prozent und der Mittelklasse um 4,4 Prozent. Nach oben ging es überdies bei der Oberen Mittelklasse (+4,2 Prozent) und der Oberklasse (+5,0 Prozent). Aufgrund der geringen Bestandszahlen erfuhren hierbei vor allem alte Jaguar-Fahrzeuge verschiedener XJ-Baureihen wie XJS (Coupé/Cabrio, 1975 – 1996), XJ40 (1986-1994) oder XJ12 (1972-1997) den größten Zuwachs. Für Nostalgiker: Der XJ12 mit dem 5,3-Liter-Zwölfzylinder-V-Motor des legendären E-Type war ab 1972 bis zum Erscheinen des BMW 750i gut 15 Jahre lang das einzige viertürige Pkw-Modell mit Zwölfzylindermotor auf dem Markt. Den kleinsten Bestandsaufbau erlebten im Mai Sportwagen (+0,9 Prozent). Auf ein vergrößertes Angebot konnten Interessenten zudem bei Vans (+2,6 Prozent) und SUV/Geländewagen (+4,0 Prozent) zugreifen.

Nachfrageentwicklung: Oberklasse mit dem größten Sprung

Trotz Pfingstferien und Feiertagen litt die Nachfrage im Mai nicht. Nachdem schon im April die Suche nach gebrauchten Fahrzeugen stark zulegte, setzte sich dieser Trend auf etwas niedrigerem Niveau im Mai fort. Kleinwagen verzeichneten eine um 1,3 Prozent höhere Nachfrage. Die Kompaktklasse folgte mit 0,5 Prozent, wohingegen die Nachfrage in der Mittelklasse stagnierte und die Obere Mittelklasse um 1,5 Prozent zulegte. Auf der Beliebtheitsskala stiegen im Mai Fahrzeuge der Oberklasse am meisten (+3,7 Prozent). Wie schon bei der Angebotsentwicklung standen auch bei der Nachfrage die XJ-Modelle von Jaguar in der Gunst der Suchenden ganz oben. Abweichend waren hier jedoch alle Jahrgänge bis hin zu Vorführwagen und Tageszulassungen gefragt. Sportwagen (+1,7 Prozent), Vans (+0,2 Prozent) und SUV/Geländewagen (+0,3 Prozent) legten ebenfalls zu.

Quelle: AutoScout24