Gebrauchtwagenpreise steigen weiter – Rückgang erst in 2018

München – Auch der Oktober sorgte beim Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen wie erwartet für einen neuen Höchststand. So kletterte der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI) um 1,2 Prozent auf aktuell 19.546 Euro (September: 19.307 Euro). Die Entwicklung des Angebots zeigt sich zweigeteilt. Ferienbedingt nahm das Interesse potentieller Käufer ab.

„Trotz der Preissprünge in den letzten Monaten: Seit Jahresanfang ist der Durchschnittspreis für Gebrauchtwagen auf AutoScout24 insgesamt nur um 2,8 Prozent gestiegen“, sagt Dr. Sebastian Lorenz, Vice President Consumer bei AutoScout24. „So ging es ab Februar zunächst bis zum Tiefststand im Juni abwärts. Seitdem sind die Preise allerdings wieder deutlich nach oben geklettert. Und ein Ende des Anstiegs ist bis zum Jahreswechsel nicht in Sicht. Insofern sollte jeder Käufer lieber jetzt als später zugreifen.“

Durchschnittspreis: Sieben von acht Segmenten sorgten für erneuten Preisanstieg

Anders als noch im Vormonat trugen diesmal nahezu alle Fahrzeugsegmente zum Preisanstieg bei. Den größten Sprung im Oktober machten mit plus 2,4 Prozent Kleinwagen (10.581 Euro). Spitzenreiter im Segment waren Fiat Punto (+9,3 Prozent), Citroen C3 (+8,0 Prozent) und MINI Cooper S (+6,5 Prozent). Für Interessierte gab es jedoch selbst bei Kleinwagen Sparpotential. Wer nach einem Mini Cooper mit Diesel, dem elektrisch angetriebenen Renault Zoe oder einem älteren Ford Ka auf Fiat 500 Basis respektive dem viertürigen Ka+ der neuesten Generation Ausschau hielt, konnte im Vergleich zum Vormonat zwischen 2,8 und 3,9 Prozent sparen. Sportwagen hingegen wurden ebenso teurer angeboten (+1,7 Prozent, 50.927 Euro) wie mit je 1,6 Prozent Oberklasse-Fahrzeuge (44.654 Euro) und Vans (17.188 Euro). Dahinter reihte sich die Kompaktklasse (15.859 Euro) mit einem Plus von 1,3 Prozent ein. Unter dem Durchschnitt lagen hingegen SUV/Geländewagen (+0,7 Prozent, 28.811 Euro) sowie Gebrauchte aus der Mittelklasse (0,2 Prozent, 20.390 Euro). Die Bandbreite war bei genauer Analyse auch hier groß und reichte vom Mazda 6 (+3,9 Prozent) bis zum Subaru Legacy (-8,5 Prozent). Einzig Angebote der Oberen Mittelklasse (26.949 Euro) verbuchten im Oktober durchschnittlich einen Mini-Preisrückgang von 0,1 Prozent.

Angebotsentwicklung: Zweigeteilter Markt

Bestandsabbau deutet meist auf gesteigerte Abverkäufe hin. Insofern war es für Verkäufer von Kleinwagen (-1,9 Prozent), Mittelklasse-Fahrzeugen (-1,8 Prozent) sowie Modellen der Kompaktklasse (-1,3 Prozent) und Obere Mittelklasse (-0,3 Prozent) ein guter Monat. Für Käufer wiederum bedeutet ein gewachsenes Angebot mehr Auswahl und potentiell mehr Spielraum bei den Preisverhandlungen. Diese Situation konnten im Oktober Interessenten von Sportwagen (+2,5 Prozent), Vans (+1,3 Prozent), Oberklasse (+1,2 Prozent) aber auch SUV/Geländewagen (+0,9 Prozent) für sich nutzen. Interessant ist dabei die Mischung, die für jeden Geldbeutel etwas bereithielt. Denn am stärksten stieg das Angebot im Lieblingssegment der Deutschen beim hybridbestückten Crossover Kia Niro (+16,3 Prozent), der luxuriösen Mercedes-Benz GLC-Reihe (+15,3 Prozent) sowie beim günstigen Opel Mokka-Zwilling Chevrolet Trax (+13,2 Prozent).

Beliebtheit: Ferienzeit sorgt für zweistelligen Rückgang der Seitenaufrufe

Die Seitenaufrufe im Oktober waren geprägt von den Herbstferien. Konkret bedeutete das über alle Segmente hinweg einen Rückgang. Gehörten Kleinwagen im Vormonat noch zu den Gewinnern, verloren sie diesmal am meisten (-19 Prozent). Manch ein City-Flitzer halbierte seine Seitenaufrufe gar. So sanken in der Gunst der Interessenten zum Beispiel ein Fiat 500 (-52,2 Prozent) oder der Skoda Citigo und der Fabia aus gleichem Hause (je -50,0 Prozent) besonders stark. Doch auch Vans (+17,5), Kompaktklasse (-17,4 Prozent) und Mittelklasse (-15,3 Prozent) mussten Federn lassen – ebenso wie Obere Mittelklasse (-13,6 Prozent) und Sportwagen (-12,6 Prozent). Am wenigsten Interessenten verlor die Oberklasse mit einem Minus von 11,6 Prozent. Was allerdings auch hier nicht für alle Oberklassemodelle gilt. Gerade das ansonsten so gehypte Model S von Tesla verlor im Segment mit minus 40,8 Prozent zu Herbstbeginn besonders – und wesentlich mehr als der im Negativranking zweitplatzierte Maserati Ghibli (-32,5 Prozent) oder die 7-Reihe von BMW (-23,8 Prozent).

Quelle: AutoScout24 GmbH