Jeder zehnte Deutsche liebt sein Auto mehr als seinen Partner

Frankfurt am Main – Das Auto gilt sprichwörtlich als des Deutschen liebstes Kind. Doch wie weit geht die Liebe der Deutschen zum eigenen Wagen tatsächlich? Aufschluss geben die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Umfrage zur Einstellung der deutschen Autokäufer zum Automobil von Forsa und CarGurus.de, einem führenden Online-Automobilmarktplatz in den USA. Seit 2017 ist CarGurus auch in Deutschland mit seiner Gebrauchtwagenbörse vertreten.

Jedem zehnten Autobesitzer ist der eigene Wagen wichtiger als sein Partner. Bei der Liebe zum Auto gibt es Unterschiede vor allem zwischen Frauen und Männern. So gab rund jede 14. Frau an, dass ihr der eigene Wagen wichtiger sei als der Partner (7 Prozent), wohingegen es bei den Männern fast jeder Achte ist (12 Prozent).

Männer suchen länger und fahren weiter

Dazu passt nicht nur, dass Männer das eigene Auto rund viermal häufiger als ihr Hobby begreifen als Frauen. Sie haben im Durchschnitt auch mehr Spaß an der Recherche, wenn der nächste Autokauf ansteht. 72 Prozent der Männer tragen gern Informationen über ihren zukünftigen Wagen zusammen. Das sind 21 Prozentpunkte mehr als bei den Frauen: Nur jede zweite Frau beschäftigt sich vor dem Autokauf gern mit Angeboten und Datenblättern.

Die Online-Recherche nach dem passenden Auto nimmt in Deutschland durchschnittlich zwei Wochen in Anspruch. Einen signifikanten Unterschied gibt es zwischen den Geschlechtern: Männer recherchieren im Schnitt fast 18 Tage, bis sie sich für ein Auto entscheiden, Frauen dagegen nur rund 9 Tage. Wenn Männer glauben, das passende Auto zum richtigen Preis im Netz gefunden zu haben, sind sie zudem auch eher bereit, weite Strecken zurückzulegen, um sich den Wagen anzusehen. Gut jeder siebte Mann würde hierfür sogar bis zu 500 Kilometer fahren, bei den Frauen sind es weniger als halb so viele. Im Durchschnitt liegt die Grenze der zumutbaren Distanz jedoch offenbar deutlich niedriger: Für 60 Prozent der Autokäufer beträgt sie 100 Kilometer oder weniger.

Auto für unter 30-Jährige fast so wichtig wie das Smartphone

Für fast jeden Zweiten (45 Prozent) ist das Auto wichtiger oder genauso wichtig wie das Smartphone. „Und das obwohl die tägliche mobile Nutzung, z. B. von sozialen Medien, inzwischen ein zentraler Lebensinhalt für viele ist. Das unterstreicht den Stellenwert des eigenen Autos nochmals deutlich, auch in der jüngeren Generation”, sagt CarGurus-Sprecherin Amy Mueller. Das wird besonders beim Thema Identifikation deutlich: Die Unter-30-Jährigen definieren sich wesentlich häufiger über ihr Auto als ältere Pesonen. So gab über die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen an, dass ihr Auto sie stolz macht (51 Prozent), für 30 Prozent ist das Fahrzeug sogar Ausdruck des eigenen Lebensstils.

Mit zunehmendem Alter nehmen diese Werte sukzessive ab. Nicht einmal jeder Fünfte über 60 ist stolz auf sein Auto – und gerade einmal jeder Siebte sieht sein Fahrzeug als Ausdruck seines Lebensstils an. Die meisten Autokäufer (69 Prozent) bewerten das eigene Fahrzeug als einen reinen Gebrauchsgegenstand. Bei den weiblichen Befragten liegt dieser Wert sogar bei 74 Prozent (Männer: 64 Prozent).

Car-Sharing statt Autokauf?

Zwei Drittel der Autokäufer können sich vorstellen, sich ein Auto gemeinsam mit Familienmitgliedern oder Freunden anzuschaffen und sich die Nutzung zu teilen – Jüngere (82 Prozent) häufiger als Ältere (62 Prozent). Das eigene Auto gegen Geld mit Fremden zu teilen, wenn man es nicht braucht, kann sich jedoch nur jeder Fünfte vorstellen. Bei den Unter-30-Jährigen liegt die Zustimmung mit 33 Prozent deutlich höher als bei den Über-60-Jährigen (13 Prozent). Car-Sharing, sofern es zukünftig flächendeckend verfügbar ist, wird sehr ambivalent betrachtet. 45 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, auf ein eigenes Auto gänzlich zu verzichten. 50 Prozent können es sich hingegen überhaupt nicht vorstellen. Interessanterweise sind die Unterschiede zwischen den Generationen bei dieser Frage vergleichsweise gering (unter 10 Prozentpunkte), wobei die Bereitschaft, aufs eigene Auto zugunsten von Car-Sharing-Angeboten zu verzichten, mit zunehmendem Alter etwas nachlässt.

Quelle: adel&link Public Relations/CarGurus